«Kollaboration ist für mich etwas sehr Persönliches»

Mathias Schenk ist Frontmann der Band «Death by Chocolate» und ist zusammen mit Marco Gurtner im Podcast «Herrgöttli panaschiert» zu hören. Die beiden sind ausserdem aktuell mit dem Programm «Marathon» auf Tour. Mathias Schenk arbeitet in Biel als Lehrperson im Zyklus 3.

Interview: Laura Scheidegger

Die Arbeit mit anderen zieht sich durch sein Leben wie ein roter Faden: Mathias Schenk ist Sänger und Gitarrist der Band «Death by Chocolate», veröffentlicht einen Podcast und ist aktuell mit dem Bühnenprogramm «Marathon» unterwegs. Wenn er nicht gerade im Tonstudio oder auf der Bühne steht, ist er hauptberuflich im Klassenzimmer als Lehrperson anzutreffen. Im Gespräch erzählt uns Mathias Schenk, warum Kollaboration für ihn essenziell ist und wann es für ihn schwierig ist, mit anderen zusammenzuarbeiten.

Du bist Musiker, Podcaster und Lehrer. Du arbeitest also viel mit anderen zusammen. Ist es dir schon immer leichtgefallen, zu kollaborieren oder musstest du das zuerst lernen?

Mathias Schenk: Die Band «Death by Chocolate» gibt es mittlerweile seit über 20 Jahren. In der Band haben wir von Anfang an kollaborativ funktioniert. Das betrifft natürlich die Komposition der Songs, aber auch andere Aspekte wie die Organisation und die Logistik. In einer Band ist Kollaboration besonders wichtig, damit alles reibungslos funktioniert. Ich glaube schon, dass ich durch die Arbeit mit der Band gelernt habe, zu kollaborieren, auch wenn es eher ein unterbewusster Prozess war.

Was macht für dich eine gute Kollaboration aus?

Ich würde sagen, das hat viel mit persönlichen Stärken zu tun. Ich bin produktiver, wenn ich mit Personen zusammenarbeiten kann, die Sachen gut können, die mir vielleicht nicht so liegen. Gleichzeitig unterstütze und entlaste ich die anderen mit dem, was ich gut kann. In der Band ergänzen wir uns alle gut, wir kennen die Stärken der anderen.

Es hilft auch, wenn man weiss, dass sich andere auf einen verlassen. So werden Pläne und Deadlines oft verbindlicher. Sobald ich mit jemandem kollaboriere, muss ich genauer verbalisieren, was ich will und was meine Erwartungen und Ziele sind. Dadurch werden Ideen greifbarer.

Wie erlebst du Kollaboration in deinem Beruf als Lehrperson?

An der Schule kommt es eher vor, dass ich auch allein arbeite. Natürlich tausche ich mich mit dem Kollegium aus. Aber vor der Klasse stehe dann ich. Und die Lernenden wollen nicht immer unbedingt dasselbe wie ich [lacht]. Es ist mir aber wichtig, dass die Lernenden im Klassenverband in einer respektvollen Art zusammenarbeiten können. Wenn es einen Skill gibt, der im Leben wichtig ist, dann ist es, dass man gemeinsam mit anderen an Aufgaben und Problemstellungen arbeiten kann.

Gibt es Momente, in denen es dir schwerfällt, mit anderen zu kollaborieren? Woran liegt das?

Ja, auf jeden Fall. Ich habe vor ein paar Jahren für einen Auftrag mit zwei unterschiedlichen Produktionsteams gearbeitet. Im ersten Jahr arbeitete ich mit Produktionsteam A und die Kollaboration machte allen Beteiligten Spass. Im Folgejahr habe ich denselben Auftrag mit Produktionsteam B ausgeführt und die Zusammenarbeit war nicht befriedigend. Der Inhalt war derselbe, aber auf der zwischenmenschlichen Ebene hätten die beiden Erlebnisse nicht unterschiedlicher sein können. 

Kollaboration ist für mich etwas sehr Persönliches. Bei meinen kreativen Projekten muss eine Kollaboration für mich menschlich stimmen, damit wir zusammen etwas Cooles auf die Beine stellen können. Ich muss mich mit der Person, mit der ich zusammenarbeite, sehr gut verstehen. Dies kann sich mit der Zeit aber auch verändern. Kürzlich hat jemand zu mir gesagt: «Beziehungen sind endlich.» Das klingt extrem, ist aber wahr. Unsere Band hat lange mit demselben Manager zusammengearbeitet. Irgendwann merkten wir, dass die Zusammenarbeit für uns nicht mehr stimmt, und wir haben sie beendet. Man muss wissen, wann etwas zu Ende ist, wenn die Bedürfnisse nicht mehr dieselben sind oder man sich gegenseitig nicht mehr guttut. Das zu erkennen und entsprechend zu handeln, ist nicht immer einfach, aber wichtig.

Kollaborationen erfolgen nicht immer reibungslos. Wie geht ihr in der Band mit kreativen Differenzen um?

Wir sind uns tatsächlich sehr häufig einig. Wir sind aber alle offen für Inputs und sagen einander auch, wenn wir etwas anders machen würden. Das mussten wir aber auch erst lernen. Am Anfang war es schwierig für mich, zu sagen, dass mir etwas nicht gefällt. Es fällt auch nicht immer leicht, Kritik zu erhalten. Kollaboration ist ein Prozess.

Hast du einen Geheimtipp für eine erfolgreiche Kollaboration?

Ich glaube, dass es hilft, sich selbst und die Sache nicht zu ernst zu nehmen. Als Marco Gurtner und ich das Programm «Marathon» geschrieben haben, merkten wir plötzlich, dass wir zu viel Material haben und kürzen müssen. Das fiel besonders mir sehr schwer. Man muss lernen, Dinge loszulassen, die niemand anderes vermissen wird. Aber Dinge, die man selbst aus dem Nichts erschaffen hat, liegen einem sehr schnell am Herzen. Hier sind kollaborative Settings und Inputs von aussen unglaublich wertvoll. So ist es auch mit der Band. Sobald ein Song fertig ist, kommt unser Produzent hinzu und gibt uns spezifisches Feedback. Wir sind mittlerweile ein sehr eingespieltes Team und es kommt uns zugute, dass keiner von uns ein riesiges Ego hat. Wir verfolgen schlussendlich alle dasselbe Ziel: gemeinsam eine gute Zeit zu haben und coole Musik zu machen.

Kritisches Denken im Umgang mit Medien und KI

Sandro Mühlebach ist seit 25 Jahren bei Keystone-SDA tätig. Er hatte die Leitung der Sportredaktion sowie die Verantwortung für den Geschäftsbereich «Content Development» und die Stabstelle «Faktencheck» inne, bevor er am 1. April 2025 die Leitung der deutschsprachigen Redaktion übernahm und zum stellvertretenden Chefredaktor ernannt wurde.

Interview: Laura Scheidegger

In der heutigen Medienlandschaft sehen wir uns mit einer Flut an Informationen konfrontiert. Wir konsumieren Inhalte oft online und über eine Vielzahl an Plattformen. Dabei ist es alles andere als einfach, zwischen authentischen, vertrauenswürdigen Inhalten und unseriösen, falschen Meldungen zu unterscheiden. Mit der raschen Verbreitung von KI verschwimmt diese Grenze zusätzlich. Die Fähigkeit, kritisch zu denken und Inhalte und Quellen zu hinterfragen, hilft uns, Informationen auf ihre Echtheit zu überprüfen und so Fehlinformationen zu entlarven.

Wir haben uns mit Sandro Mühlebach, Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Keystone-SDA, über kritisches Denken im Umgang mit Medien und KI unterhalten.

Welche Rolle spielt kritisches Denken bei journalistischen Arbeiten?

Sandro Mühlebach: Kritisches Denken ist im Journalismus essenziell. Mit den neuen technischen Möglichkeiten wird dies zusätzlich unterstrichen. Früher gehörte das eigentliche Schreiben zu den wichtigsten Skills im Journalismus. Noch ist es nicht so weit, aber wenn die Entwicklungen anhalten, werden künftig kaum noch Journalistinnen und Journalisten ihre Texte selbst schreiben. Das wird die KI übernehmen. Umso wichtiger werden dann die anderen Skills: Einordnen, Recherchieren, Verifizieren – oder eben auch kritisches Denken.

Warum ist es wichtig, Inhalte kritisch zu hinterfragen? Was passiert, wenn wir das nicht tun?

Dann werden wir zu Transportgefässen von ungefilterten Inhalten. Es wird heutzutage, unter anderem auch dank Social Media und KI, so viel kommuniziert, dass es immer wichtiger wird, relevante Informationen von irrelevanten zu trennen. Das ist eine der Hauptaufgaben im Journalismus und nicht zuletzt für uns als Nachrichtenagentur Keystone-SDA von grösster Wichtigkeit. Mit Blick auf die technischen Entwicklungen wird es jedoch immer schwieriger, echte von unechten Inhalten zu unterscheiden. Die Fälschungen sind innerhalb kürzester Zeit unglaublich gut geworden. Ein kritischer Blick ist deshalb umso wichtiger.

Wie haben die Digitalisierung und KI die Medienlandschaft verändert?

Sie haben die Medienlandschaft im positiven wie im negativen Sinn sehr stark verändert. Dieser Prozess ist weiterhin im Gang. Einerseits bietet die Digitalisierung neue Möglichkeiten, das finde ich per se eine positive Entwicklung. Negativ sehe ich vor allem die wirtschaftlichen Probleme, die sich durch die Digitalisierung ergeben haben. Online ist der Journalismus nicht mehr in der Art refinanzierbar wie früher. Sehr viele Werbegelder fliessen zu den grossen Tech-Konzernen und nicht mehr in die hiesigen Verlage. Das gefährdet den Journalismus und auch die Demokratie. KI beschleunigt diesen Prozess. Im Moment werden publizierte Inhalte von den KI-Unternehmen einfach übernommen und weiterverbreitet – teilweise falsch und fast immer ohne Abgeltung.

Welche Medienformate sind besonders «anfällig» für Falschinformationen?

Generell betrifft dies alle Medienformate. In Texten ist es am einfachsten, zu fälschen oder zu desinformieren, das erfordert keine grosse Technik. Aber gefälschte und mit KI generierte Bilder und auch Videos sind gerade in den letzten Monaten unglaublich gut geworden. Hände mit zu wenigen oder zu vielen Fingern gibt es fast nicht mehr. Man braucht mittlerweile schon ein sehr geübtes Auge, um unechte visuelle Inhalte zu erkennen.

Social-Media-Plattformen sind sicherlich besonders anfällig. Oft weiss man nicht, wer was postet und woher die Informationen genau kommen. Und «extreme» Posts mit zweifelhaften oder falschen Inhalten werden von den Algorithmen oft überdurchschnittlich stark in den Vordergrund gestellt, weil sie Aufmerksamkeit generieren. Zuverlässig sind immer noch die etablierten Absender aus dem Medienbereich – ob man bei diesen die Inhalte auf Social Media oder auf dem eigentlichen Portal konsumiert, spielt dabei keine Rolle.

Wie können Konsumenten und Konsumentinnen von Medien Falschinformationen erkennen?

Der generell kritische Blick ist entscheidend. Die Konsumentinnen und Konsumenten müssen sich fragen, ob eine Nachricht plausibel ist und wer der Absender ist. Das ist nicht immer einfach, man muss vertrauenswürdige Medien auch erkennen können und wollen. Es ist zudem wichtig, dass wir nicht zuletzt jungen Menschen Medienkompetenz beibringen. Ich nehme da auch die Schulen in die Pflicht. Keystone-SDA engagiert sich in diesem Bereich zusammen mit den Verlagen und der SRG bei der Initiative «Use the news», die versucht, alle diesbezüglichen Angebote und Initiativen in der Schweiz zu kanalisieren und zu fördern.

Welche Gefahren oder auch Chancen sehen Sie im Einsatz von KI im Journalismus?

KI bringt viele Chancen, vermutlich erkennen wir noch gar nicht alle. Uns nimmt die KI heute schon viele repetitive, eher langweilige Arbeiten ab, hilft also unterstützend. Damit bleibt mehr Zeit, um sich den wichtigeren Aufgaben im Journalismus zu widmen. KI dient Journalistinnen und Journalisten auch als Ideenquelle oder hilft bei Transkriptionen von Interviews. Wichtig ist jedoch, dass der Mensch «das letzte Wort» hat und nichts ungeprüft übernimmt. Die Chancen können gleichzeitig zu Gefahren werden, wenn wir nicht vernünftig mit KI umgehen. Für Medien ist das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten und die Verlässlichkeit von Inhalten essenziell. Das sollte man nicht leichtfertig aufs Spiel setzen durch achtlosen Umgang mit KI.

Kreativitätsförderung in der Schule

Wida Wemmer-Rogh ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich. Ihre Forschungsschwerpunkte sind – neben der Unterrichtsqualität – Kreativität im schulischen Kontext sowie die Kreativitätsentwicklung im Kindes- und Jugendalter.

Miriam Compagnoni ist Oberassistentin am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich sowie Co-Studiengangs- und Bereichsleiterin an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen die Selbstregulation, überfachliche Kompetenzen und Mindsets von Kindern, Jugendlichen und Lehrpersonen sowie die Schul- und Unterrichtsentwicklung.

Interview: Laura Scheidegger

Wenn Kreativität eine wichtige, zu fördernde Kompetenz ist, wie lässt sich dieses Bildungsanliegen konkret in der Schule umsetzen? Was brauchen Lernende, um ihr kreatives Potenzial nutzen zu können, und welche Ressourcen müssen Lehrpersonen zur Verfügung gestellt werden, damit sie ihre Lernenden möglichst effizient unterstützen können? Wida Wemmer-Rogh und Miriam Compagnoni im Interview.

Wie lässt sich Kreativität im schulischen Kontext fördern?

Miriam Compagnoni: Eine wichtige Rahmenbedingung für Kreativität ist eine positive Fehlerkultur. Die Kinder müssen Gelegenheit erhalten, unterschiedliche Dinge auszuprobieren und kreativ zu sein, ohne dass sie negative Konsequenzen befürchten müssen. Wenn alle Leistungen – sei es das Schreiben von Texten, das Lösen von Konflikten oder das Vortragen – immer gleich summativ beurteilt werden, bleiben Kinder oft bei ihren gewohnten, «sicheren» Verhaltensweisen, Neues wird nicht ausprobiert. Dies hemmt Kreativität enorm.

Wida Wemmer-Rogh: Auch das Lernklima spielt eine Rolle. Die Lehrperson kann immer wieder betonen, dass alternative Lösungen willkommen sind. Offene Aufgabenstellungen, die verschiedene Lösungen zulassen, ermöglichen kreative Momente.

Miriam Compagnoni: Die Lehrperson kann den Lernenden vermitteln, wie sie überhaupt auf verschiedene Lösungswege kommen und welche Techniken dabei hilfreich sind. Alternativ kann die Lehrperson die Kreativität indirekt über die Lernumgebung fördern.

Welche Lernumgebungen sind kreativitätsfördernd?

Miriam Compagnoni: Lernumgebungen, die herausfordernd sind und den Lernenden die Gelegenheit geben, «outside the box» zu denken. Der Kontakt mit unterschiedlichen Meinungen und Sichtweisen, das Aushalten von Gegensätzen, sich vor den Kopf gestossen fühlen und damit umgehen können, Neues erleben und neue Eindrücke erhalten – all das ist kreativitätsfördernd.

Wida Wemmer-Rogh: Kooperative Settings und produktbasiertes oder problemorientiertes Arbeiten fördern die Kreativität ebenfalls. Ich glaube, wenn solche Lernumgebungen im Schulalltag kultiviert werden, ist das eine solide Ausgangslage für die Förderung von Kreativität.

Wie lässt sich Kreativität in einem sonst schon vollen Lehrplan unterbringen?

Miriam Compagnoni: Die Planung ist essenziell. Die Lehrperson plant den Lernprozess und setzt sich Ziele. Idealerweise entscheidet sie sich dafür, auch die Kreativität zu fördern. Es ist wichtig, dass sich die Lehrperson bereits im Planungsprozess dafür entscheidet. Zu diesem Zeitpunkt sollte sie sich auch überlegen, was genau sie erreichen möchte und welche Aspekte, also Komponenten von Kreativität, sie fördern möchte. Ein Ziel kann beispielsweise sein, dass die Lernenden neue Produkte erschaffen, sich an neue Dinge heranwagen oder sich bewusst Zeit für neue Lösungen nehmen. Die Förderung von Kreativität muss nicht eine zusätzliche Aufgabe sein. Kreativität ist eine überfachliche Kompetenz, die überall einfliessen sollte. Genau wie bei der Sozialkompetenz und den anderen überfachlichen Kompetenzen. Wie eine Lehrperson bei einer Gruppenarbeit ein zusätzliches Feedback zur Kommunikationsfähigkeit gibt, kann sie auch eine Rückmeldung zur Kreativität geben.

Wie lässt sich Kreativität im Kontext der Schule messen und bewerten?

Wida Wemmer-Rogh: Es gibt mittlerweile gute Testverfahren, die eine objektive und zuverlässige Messung der kreativen Kompetenz ermöglichen. Zudem gibt es Beobachtungsverfahren, um die Kreativität in bestimmten Situationen zu bewerten. So kann man beispielsweise das kreative Klassenklima einschätzen. Konkret lässt sich das kreative Potenzial einer Arbeit zum Beispiel an der Originalität der Ideen oder der Kombination verschiedener Elemente ermitteln. Kreativität ist komplex, lässt sich aber in gut beobachtbare Komponenten zerlegen: Neugier, forschender Zugang, Perspektivenwechsel, Ausdauer, kooperatives Arbeiten. Ich denke, dass viele Lehrpersonen diese Punkte bereits erfassen, ihre Beobachtungen dann aber an anderen Stellen verorten oder zur Einschätzung anderer überfachlicher Kompetenzen nutzen.

Miriam Compagnoni: Die Lehrperson sammelt idealerweise während des ganzen Lernprozesses Spuren, die Hinweise auf die verschiedenen Komponenten von Kreativität geben. Am Schluss gibt sie dem Kind eine Rückmeldung, damit dieses Fortschritte erzielen kann. Die Möglichkeiten zur Einschätzung zu planen und die Bewertung durchzuführen, ist eine riesige Aufgabe für die Lehrperson. Daher sollte sie diese Möglichkeiten ebenfalls bereits bei der Unterrichtsplanung mitdenken. Hier kann es natürlich helfen, wenn die Lehrperson in der Aus- oder Weiterbildung verschiedene formative oder summative Einschätzungsverfahren aus der Literatur kennengelernt hat, um ihren Blick bei der Spurensuche zu schärfen.

Welchen Einfluss haben digitale Medien und KI auf die Kreativität?

Wida Wemmer-Rogh: Das Potenzial zur Förderung von Kreativität steht und fällt bei KI mit der Art und Weise, wie sie genutzt wird. Die Brainstorming-Phase kann enorm angereichert werden, wenn wir KI dazu nutzen, das Bestehende abzustecken und dann eigenständig darauf aufzubauen. Lassen wir KI aber für uns denken und Antworten generieren, ist das nicht kreativ. Für digitale Medien gelten dieselben Kriterien wie für analoge Lernmedien: Aufgaben, die immer zur selben Lösung führen und nur einen möglichen Weg dorthin offenlassen, sind nicht kreativitätsfördernd.